MULTI-KON
Mehrfachkontaktierung von Statorwicklungen eines elektrischen Antriebs durch Magnetimpulsschweißen
Projektbeschreibung
Die zunehmende Elektrifizierung des automobilen Antriebsstrangs geht mit der steigenden Nachfrage nach kostengünstigen, elektrischen Antriebssystemen bei gleichzeitig steigenden Qualitätsanforderungen aufgrund unterschiedlicher Anwendungsszenarien einher. Vor diesem Hintergrund führen rasante Trends im Bereich der Motorenentwicklung zu neuen Arten des Wicklungsaufbaus der stehenden Motoreinheit mit anspruchsvollen Randbedingungen. In dieser Entwicklung gewinnen rechteckige Massivleiterwicklungen und Formspulen als Statorwicklung an Bedeutung. Deren Vorteile liegen in der erreichbaren Leistung und Effizienz der Antriebe sowie der guten thermischen Anbindung der Wicklung an den Statoreisenkern. Unter den Randbedingungen elektrischer Fahrantriebe kommt der elektrischen Verbindung der einzelnen Windungen aufgrund der kostengetriebenen Forderung nach stark begrenzten Bauräumen bei gleichzeitiger Zunahme der Kontaktstellenanzahl im Stator (bis zu 120 Kontaktstellen je Stirnseite) eine immer größere Bedeutung zu. Zur wirtschaftlichen Herstellung von Statoren mit Massivleiterwicklungen ist es wegen der hohen Anzahl der herzustellenden Kontaktstellen notwendig, kurze Taktzeiten beim Fügeprozess zu realisieren.
Das Ziel von MULTI-KON besteht darin, das Magnetimpulsschweißen (MPS) für kleine Fügegeometrien, wie sie in Massivflachleitern in Elektromotoren vermehrt zu finden sind, zu etablieren. Dazu wird ein Downscaling Konzept erarbeitet, welches mithilfe prozessgrenzenerweiternder Maßnahmen eine optimierte reproduzierbare magnetimpulsgeschweißte Verbindung kleiner Fügegeometrien erlaubt. Zur deutlichen Reduzierung der Taktzeit und damit einer wirtschaftlichen Herstellung der Statoren soll weiterhin das simultane Fügen mehrerer Fügepartner untersucht werden. Angestrebt sind Taktzeitreduzierungen von bis zu 80%. Dafür notwendig sind neu zu entwickelnde Spulenkonzepte, welche im Rahmen des Projekts auf ihre Tauglichkeit hin untersucht werden.

Laufzeit
01.12.2024 – 30.09.2026
Fördermittelgeber
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Projektträger
DLR Projektträger
Förderkennzeichen
IGF-Nr. 01IF23420N
Forschungsvereinigungen
Forschungsvereinigung Schweißen und verwandte Verfahren e.V. des DVS
Kooperierende Forschungseinrichtung
Fraunhofer IFAM
Projektbetreuer
Jan-Niklas Jüngst, M.Sc.
Projektziele
Entwicklung eines MPS-Downscaling-Konzepts
Taktzeitreduzierung um bis zu 80 % gegenüber etablierten Kontaktierungsverfahren
Nachweis, dass die simultane Mehrfachkontaktierung von Statorwicklungen mittels MPS technisch umsetzbar ist
Optimierung der elektrischen, thermischen sowie mechanischen Eigenschaften der Kontaktierung
Erforschung domänenübergreifender Gestaltungsregeln zur funktions- und MPS-gerechten Auslegung von Statorverschaltungen (Design for Manufacturing)
Projektbegleitender Ausschuss
SEI Automotive Europe GmbH
DeepDrive GmbH
GROB-Werke GmbH & Co. KG
Hugo Kern und Liebers GmbH
Honda R&D Europe (Deutschland) GmbH
IFF GmbH
inTec automation GmbH
Johann Lasslop GmbH
Kupferberatung Technology Labor CTL
PSTproducts GmbH
risomat GmbH & Co. KG
Viessmann Werke Allendorf GmbH
Volkswagen AG
Volkswagen AG Werk Kassel
C3 Prozess- und Analysetechnik GmbH
